Erfahrungsbericht von Foca neu Emil aus Ungarn

.12.2022

Als wir Emil als einjährigen im April bekamen hatte er Angst vor allem – Menschen, Hunden, Fahrrädern, Häusern, Pferden, Zäunen, Autos….. allem. Ich musste ihn sogar in den ersten Tagen durch die Tür heben, da er es einfach nicht schaffte, ins Haus zu kommen. Anfangs sind wir auch wirklich nur dieselbe, ganz kurze Strecke gegangen. Er ist dann immer ganz kleinlaut aber sehr lieb (und an der doppelten Leine), ließ den Kopf aber hängen und lief sehr gestelzt. Nach und nach taute er aber auf und wir haben schnell gemerkt, dass er Spaziergänge sehr liebt. Die Freude, als es nach einigen Wochen das erste Schwanzwedeln gab bleibt mir in lieber Erinnerung.

Füttern war am Anfang auch schwer – er hatte große Mühe zu vertrauen und wir mussten das Futter hinstellen und die Küche verlassen und irgendwo sitzen, damit er fressen konnte. Bis heute ist er kein Hund der am Napf wartet, mittlerweile ist es für ihn aber in Ordnung, wenn wir auch in der Küche sind und was werkeln. Leckerchen draußen hingegen sind sehr beliebt. Er ist auch großer Fan von seinem „Betthüpferl“ am Abend und den Knochen, die es hin und wieder gibt.

In der ersten Zeit ist er jedes Mal im Auto krank geworden – bis wir dann im Juli nach Italien in die Ferien fuhren. Es gab als wir dort ankamen einen tollen Moment, als er uns im Hotelzimmer groß anschaute, dann zu seinen Sachen, unseren Sachen und wieder zu uns. Offenbar war es in dem Moment für ihn klar geworden, dass er bei uns bleiben darf und wir ihn nicht weggeben. Seither ist das Autofahren gar kein Problem mehr und er war schon in Italien, im Schwarzwald, in der Lüneburger Heide und an verschiedenen Stellen in der Schweiz zum Wandern unterwegs.

Wir besuchen seit Ende Mai fleißig die Hundeschule. Emil ist dort in einer Gruppe gesetzterer, sehr sozialer Hunde untergekommen, von denen er sich viele gute Sachen abschaut und wo er schnell gelernt hat, wie toll Hundegesellschaft sein kann. Es ist eine Freude mit ihm zu arbeiten. Er ist ein schlauer kleiner Kerl und möchte seine Sache gut machen. Neue Aufgaben waren Anfangs schwer zu meistern, mittlerweile hat er aber verstanden, dass wir gemeinsam und mit viel Ruhe daran arbeiten. Seine Freude und Stolz wenn er dann wieder eine Hürde geschafft oder eine Aufgabe gemeistert hat wärmen das Herz.

 

Er ist sehr auf die Familie bezogen und passt immer gut auf, wenn wir alle zusammen rausgehen. Er spielt draußen gerne mit Ball und Stock und hat drinnen sein Spielzeug sehr gerne. Er hat auch schnell verstanden, dass er das kauen darf und bitte nicht unsere Sachen 😊 Er liebt es auch warm und kuschelig, sei es in seinem Bettchen oder auf seiner Decke auf der Couch – wo er gerne mit Fussball oder Film schaut – insbesondere wenn Hunde oder Pferde mit dabei sind. Seit einigen Wochen läuft er auch ohne Leine und das exzellent. Er ist unheimlich gerne draußen und dann insbesondere an Wiesen, Feldern und Wald, wovon es in unserer Gegend zum Glück auch reichlich gibt. Größere Ortschaften und Städte üben wir auch fleißig und nach und nach. Der Rückruf klappt einwandfrei und er passt selber auf, dass ich immer schön in seinem Blickfeld bin. Wenn sich der Weg gabelt wartet er brav um zu sehen wo es langgehen soll. Ebenso kommt er brav zur Seite und wartet still bis ein Auto, ein Radfahrer oder ein Pferd vorbei sind. Wenn sich Situationen ergeben (insbesondere mit ihm unbekannten Hunden), so kommt er von sich aus zu mir zurück und vertraut darauf, dass die Situation geregelt wird. Ich habe von Anfang an darauf geachtet, dass er sich darauf verlassen kann. Er hat schon mehrere Hundefreunde, mit denen er sich gerne trifft und gerne ausgelassen spielt und traut sich langsam immer besser, Kontakt mit neuen Hunden aufzunehmen. Er ist im Dorf durchaus bekannt und es gibt viele Leute, die sich riesig freuen, ihn zu sehen und über seine Fortschritte.

Emil ist ein lieber, mutiger, neugieriger, liebevoller und lustiger Hund geworden, der das Leben in vollen Zügen genießt. Von ihm kann man sich vieles, was Mut und Zuversicht anbelangt, abschauen. Hin und wieder holt ihn seine angstvolle Vergangenheit ein, das aber immer seltener und wir schaffen es immer besser, gemeinsam dort herauszufinden. Es gibt noch einiges zu lernen und zu erleben, das gehen wir aber mit Freude und Begeisterung gemeinsam an. Es ist eine Freude zu erleben, wie man einem Angsthund mit Liebe, Zeit und Geduld dazu verhelfen kann, das Leben zu genießen und Vertrauen zu finden, auch wenn die Aufgabe am Anfang etwas überwältigend war. Alles was wir ihm geben, gibt er tausendfach zurück. Er hält uns in Bewegung (buchstäblich – nachdem die schlimmste Angst überwunden war stellte sich ein durchaus sportliches Kraftpaket heraus 😊 ), schenkt uns Liebe und Zuneigung, bringt uns zum Lachen und zum Spielen. Er ist einfach wunderbar und wir sind froh und dankbar, dass wir seine Familie sein dürfen. Ein Leben ohne Emil ist wahrlich unvorstellbar.

Herzlichen Dank für die viele Arbeit und Liebe die Sie hereinstecken. Uns stand von Anfang and und jederzeit viel Unterstützung, Aufmunterung und Hilfe zur Verfügung – und mittlerweile Anteilnahme und Freude an seinen tollen Fortschritten. Das hat einen großen Unterschied gemacht.

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Kommentare

Kommentar von Daniela |

Ich bin ja sooooo unglaublich stolz auf euch alle 4!!!!! Meine Vorkontrolle die mir am meisten Angst machte da Emil der erste Angsthund war bei dem ich eine VK machte. Dann traf ich auf euch.... und alle meine Bedenken waren weg. Ihr seit unschlagbar und eure Geachichte mit Emil macht hoffentlich ganz vielen Adoptanten Mut.

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