Erfahrungsbericht von Togo aus Ungarn

.10.2026

Das pralle Leben auf vier Pfoten…und plötzlich hatte die Gegenwart wieder Fell. Fell, das ich fühlen konnte. Wärme unter meinen Händen. Einen starken Hundekörper, der morgens neben mir sitzt, während ich die Pferde versorge. Seit einem Jahr lebt Togo bei uns. Ein Jahr voller Abenteuer, Überraschungen, kleiner Herausforderungen und unzähliger Glücksmomente. Togo ist kein Hund, der vorsichtig am Rand des Lebens steht. Er springt hinein - mit vollem Herzen, wachen Sinnen und allen vier Pfoten. Kaum öffnet sich am frühen Morgen die Tür, sitzt er schon im Quad. Auf dem Beifahrersitz. Seinem Chefsessel. Die Augen gross, den Blick erwartungsvoll nach vorne gerichtet. „Los jetzt! Worauf warten wir noch? Die Pferde warten. Die Wiesen warten. Der Tag wartet!“ Togo ist ein wedelndes ❤️. Und dann ist da Aya, auch Animal Happyend, „seine grosse Schwester“, die ihn liebevoll behütet. Gemeinsam spielen sie „Der mit dem Bären tanzt“, wirbeln umeinander, balgen und tollen, bis sie irgendwann müde ganz nah beieinander einschlafen. Die beiden sind wie Yin und Yang. Aya ist die Ruhe. Togo das wilde Leben. Sie gibt ihm Halt, er bringt Bewegung in ihre Welt. Schon zwei Wochen nach seiner Ankunft beschloss Togo, gemeinsam mit Aya auf Entdeckungsreise zu gehen. Ohne Reiseplan. Ohne Erlaubnis. Und leider mit einem kleinen Zwischenfall in einem fremden Garten, in dem Hühner lebten. Für uns war das weniger lustig als für unsere beiden Abenteurer. Aber Togo hatte eine Mission: die Welt entdecken, seiner Nase folgen, seiner Intuition vertrauen. Seine Augen scheinen dabei einer ganz eigenen Philosophie zu folgen: „Frag nicht um Erlaubnis. Entschuldigen kannst du dich hinterher.“ So begann unser gemeinsamer Weg zwischen Freiheit und Vertrauen. Ein Tracker hilft uns, seine Streifzüge im Blick zu behalten. Inzwischen hat Togo sein Gebiet gründlich abgeschnüffelt und kommt meistens, wenn wir ihn rufen. Nicht immer sofort. Ein Freigeist muss schliesslich gelegentlich noch einen wichtigen Duft zu Ende lesen oder eine Botschaft hinterlassen. Aber er kommt. Denn irgendwo wartet sein Chefsessel im Quad. Und Menschen, mit denen die Abenteuer noch schöner sind. Und wenn es auf Reisen geht, ist Togo sowieso in seinem Element. Neue Gegenden. Neue Wege. Neue Gerüche. Autofahren ist für ihn nicht einfach eine Möglichkeit, von einem Ort zum anderen zu kommen. Es ist ein Abenteuer für alle Sinne. Besonders liebt er das, was wir Speed-Sniffing nennen. Den Kopf in den Fahrtwind halten, und mit der Nase im Vorbeifahren die ganze Welt erschnuppern:  „Die Welt zieht vorbei. Und ich möchte jeden einzelnen Duft davon einfangen.“ Für Togo ist der Weg nicht nur das Ziel.  Der Weg ist das pralle Leben selbst.

Mit unseren Pferden versteht er sich wunderbar. Manche bekommen sogar Küsschen, andere dürfen gerne etwas Abstand halten. Auch ein freundlicher Hund hat schliesslich seine Vorstellungen von persönlichem Raum. Neuerdings haben Togo und Aya eine weitere Leidenschaft entdeckt: Eichhörnchen. Zwei Hunde. Ein Baum. Ein Eichhörnchen, das längst in Sicherheit ist. Und dann sitzen sie da, die Köpfe nach oben gerichtet, als könnte man mit genügend Geduld ein Eichhörnchen vom Himmel herunterdenken.

Zum Glück kennen die Eichhörnchen die Spielregeln und bleiben oben. Bei fremden Hunden zeigt Togo manchmal seine lautere Seite. Schliesslich betrachtet er unser Gelände auch ein wenig als sein Königreich. Doch viele unserer Gäste bringen Hunde mit, und so lernt er, dass Besucher nicht unbedingt Eindringlinge sind. Erst wird gebellt, geknurrt, dann geschnuppert, vorsichtig Bekanntschaft geschlossen – und schliesslich vielleicht gemeinsam durch den Garten getobt. So lernt unser Freigeist, seine Freiheit mit anderen zu teilen.

Und dann, nach all dem Rennen, Entdecken, Bellen, Schnuppern, Küssen und Spielen, liegt er da. Unser Togo. Der Kopf schwer. Die Augen geschlossen. Die Pfoten endlich still. Dieser starke Hundekörper, der den ganzen Tag dem Leben entgegenläuft, wird plötzlich ganz weich. Und da ist dieser Bauch mit seinem samtenen Fell, das geradezu darum bittet, gestreichelt zu werden. „Hast du wirklich etwas Wichtigeres zu tun, als jetzt zu kuscheln?“ Und als hätte das Leben noch ein kleines Augenzwinkern für uns bereitgehalten: Togo und ich haben am selben Tag Geburtstag – am 9. Mai. Zufall oder Fügung? Wer weiss… Zwei Geburtstagskinder ❤️, ein gemeinsamer Weg. Nur dass Togo dabei meistens ein paar Pfotenlängen voraus ist. Wenn ich ihn so sehe, denke ich manchmal an Blizzy, unseren Seelenhund, der vor Togo unser Leben begleitete. Als Blizzy ging, blieb ein Satz: Du bist nicht fort – du bist Wind. Lange war dieser Wind eine Erinnerung. Ein Streifen über meine Haut. Ein Flüstern in den Bäumen. Ein unsichtbarer Begleiter. Und dann kam Togo. Nicht als Ersatz. Nicht, um eine alte Geschichte noch einmal zu erzählen. Sondern mit seiner ganz eigenen Seele, seinem Übermut, seiner unverschämten Lebensfreude. Und plötzlich hatte die Gegenwart wieder Fell. Plötzlich sass der Wind morgens neben mir.  Plötzlich hatte er Augen, die Lebendiges versprachen, und Pfoten, die nicht stillstehen konnten. Vielleicht ist deshalb sein Name so wunderbar passend.

TOGO — TO GO. Vorwärts. „Komm. Lass uns das Leben tanzen!“❤️

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