Pflegestellen-Erfahrungsbericht von Vivienne Rieder
Publiziert: Freitag, 12.02.2016
Agi (Eika), Pi und Bagira
Ein Hund auf Pflege aufzunehmen, der vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht hat, der noch nie in einer Wohnung gelebt hat oder sogar von Menschen misshandelt wurde, ist nicht immer nur einfach. Diese Tiere brauchen besonders Geduld, Verständnis und vor allem viel Liebe und Fürsorge, um wieder Vertrauen zu fassen und sich auf das Leben mit Menschen einzulassen.
Der Hund lernt alles neu, er kommt aus diesem Transporter und es hat neue Menschen, neue Gerüche, neue Artgenossen und vor allem eine neue Welt. Alles ist anders und die Tiere wissen noch nicht, ob das besser oder schlechter ist als vorher. Besonders solche mit einem schwierigen Start ins Leben, kann das schon ziemlich viel aufs Mal sein.
Nun kommt mein Part, ich möchte diesen Hunden zeigen, dass Menschen etwas Tolles sind, mit ihnen kann man spielen, das Fressen kommt da her, sie geben uns einen warmen Schlafplatz, sie zeigen uns wie man sich benimmt und sie geben einem Liebe.
Die ersten Tage sind die Schwierigsten, die Hunde gewöhnen sich an die neue Situation und sind teilweise noch etwas überfordert.
Dann kommt der schöne Teil, sie blühen auf, sie geniessen jede Zuwendung und bedanken sich bei dir, mit all der Liebe die sie haben. Sie merken, dass du ein guter Mensch bist und möchten nie wieder zurück. Sie möchten dir gefallen und probieren alles richtig zu machen. So schnell sie können, folgen und begreifen sie deine Anweisung. Es gibt immer wieder Situationen, die sie neu kennen lernen und unsicher sind, da aber ihr neuer Lieblingsmensch dabei ist, geht alles schon viel einfacher.
Zusammen mit unseren Hunden lernen sie wie man sich in der Wohnung benimmt, was eine Leine ist, dass sie ein Namen haben, dass der Tag mehr oder weniger immer gleich abläuft und dass es jeden Tag wert ist zu leben.
Dann kommt es, dass der kleine neue Hundefreund anfängt zu spielen. Man merkt, dass hat er vielleicht noch nie zuvor gemacht, er weiss noch nicht wie mit dieser Freude umzugehen und hüpft wild hin und her.
Diese Momente sind der Grund, warum es einen erfüllt eine Pflegestelle zu sein. Den Stress und all die schwierigen Momente sind weggewaschen und man erwischt sich dabei, dass man feuchte Augen bekommt.
Schon bald kommt der schwierige Teil, den Hund wieder gehen zu lassen. Leute kommen und lernen den Hund kennen und wenn es passt, bekommt er nun sein für immer Zuhause. Es ist so schwierig dieses Gefühl zu beschreiben, man ist happy, hat er nun ein Zuhause aber ist unendlich traurig, dass man dieses Familienmitglied (auf Zeit) wieder verliert.
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